JA zur Schlieremer Blutbuche!


Das aussergewöhnliche Schicksal der Blutbuche im Herzen von Schlieren:

Lesermitteilung der „IG Blutbuche“ zur Berichterstattung der „Limmattaler Zeitung“

 Entzieht sich die „IG Blutbuche“ faktisch der Verantwortung, indem sie die fragwürdige Verpflanzung der alten Buche auf dem Schlieremer Stadtplatz finanziell nicht unterstützt?

Für Aussenstehende kann dieser Eindruck vielleicht entstehen. Deshalb möchten wir dazu wie folgt Stellung nehmen:

Unsere Initiative und unser Engagement hatte von Anfang an das Ziel, den Baum am angestammten Platz zu erhalten – das haben wir mehrfach, auch in den Medien, so kommuniziert. Wir wollten im Sinne der 4600 Petitionäre erreichen, dass u.a. das Trassee, nicht aber die Buche verschoben wird. Dieses Vorhaben beruhte auf diversen Fachgutachten und Besprechungen mit Grossbaumexperten, die die langfristigen Überlebenschancen der alten Buche als zu gering einschätzen, wenn sie versetzt würde. In der Folge erachtete die „IG“ eine Versetzung als zu riskant. Um das Überleben des markanten Baumes zu sichern, kämpften wir deshalb stets für eine einfache Änderung der Linienführung der Bahn. Dafür haben wir uns in unzähligen Sitzungen und Gesprächen eingesetzt – leider ohne Erfolg. Entgegen dem tausendfachen Volkswillen haben Stadt und Limmattalbahn LTB eine Planänderung nie als Option anerkannt, obwohl es auf der gesamten Strecke zu Dutzenden von Planänderungen gekommen ist. Wieso nicht auch für den Erhalt der Buche im Herzen von Schlieren?

Die Forderung der Stadt und der LTB, dass sich die „IG“ mit der Hälfte an den Verschiebungskosten zu beteiligen habe, war für die „IG“ deshalb unannehmbar. Zum einen erachten  wir den Schutz und die Versetzung eines inventarisierten Baumes als eine Aufgabe von Staat und Bauherrschaft; umso mehr, wenn man bedenkt, dass die Kosten von CHF 160'000.– im Vergleich zu den Gesamtkosten von CHF 755 Mio. mit 0,02 % kaum ins Gewicht fallen. Anderseits sind CHF 80'000.– für eine private „IG“ ein sehr hoher Betrag, der ihre Möglichkeiten übersteigt. Von den Petitionären jeweils CHF 20.– einzufordern, ist für uns zudem nicht vertretbar, da völlig unsinnig, nicht durchführbar und unseriös. Mit gleichem Recht könnte man verlangen, dass alle, die für den Bau der Limmattalbahn gestimmt haben, gleich für die Finanzierung aufkommen sollten.

Inzwischen hat sich die Situation im Übrigen dahingehend geändert, dass eine Baumverpflanzungs-Firma den Lead für die Verschiebung übernommen hat. Da unter diesen Umständen eine Planänderung und der Erhalt der Buche am jetzigen Ort nicht mehr als realistische Option gilt, wird die „IG“ den Protestmarsch vom kommenden Samstag nicht durchführen.

 Was das Alter und die Systematik der Schlieremer Buche betrifft, möchten wir hervorheben, dass wir das Alter aus dem entsprechende Objektblatt (Nr. 65) des kommunalen Natur- und Landschaftsschutzinventars übernommen haben. Zudem gehört die Blutbuche zur Art der Rot-Buche (Überbegriff), sie ist eine sogenannte Varietät (oder Mutation) der Rot-Buche. Im Austrieb sind die Blätter der Blutbuche dunkelrot, weshalb sie auch Purpurbuche genannt wird.   

Abschliessend möchte die „IG“ Folgendes festhalten: Obwohl wir eine Versetzung nach wie vor skeptisch beurteilen, wünschen wir uns natürlich, dass alles planmässig und gut abläuft. Wir hoffen, dass das Schlieremer Naturdenkmal in 5 Jahren noch immer vital und gesund ist und, zur Freude der Bevölkerung, ein langes Leben vor sich haben wird. Allen, die dazu einen Beitrag leisten, danken wir herzlich.

Auch wollen wir weiterhin Verantwortung übernehmen und sind gerne bereit, uns weiter zu engagieren. Für den Schutz von und den respektvollen Umgang mit erhaltenswerten Baumbeständen und allgemein für eine grünere Stadt Schlieren. Unser Kampf soll nicht vergebens gewesen sein.

 

Im Namen der „IG Blutbuche“, 18. Januar 2018, Susanne Porchet

 

Eine gekürzte Version dieser Lesermitteilung wird als Leserbrief in der „Limmattaler Zeitung“ vom kommenden Montag veröffentlicht. 





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